Jede Domain ist einmalig, daher ist ich die Anzahl der für sich allein genommenen, werthaltigen Domains beschränkt. Je mehr Domain-Namen unter einer Top Level Domain (TLD) vergeben sind, um so schwieriger wird es sinnvolle Alternativen unter der gleichen TLD zu finden, wenn der Wunschname bereits belegt ist. Am häufigsten werden .COM-Namen registriert – aktuell sind es beinahe 78,5 Millionen. Die deutsche Toplevel DE liegt nach Registrierungen mit ca. 12,5 Millionen global gesehen auf Platz 3, noch deutlich vor .NET und .ORG.
Der Wert von .DE-Domains
Was den Wert einer Domain angeht, so bemisst sich der bei .DE-Domains an der Merkbarkeit. Anders als bei .COM-Domains, die Besucher in nicht unerheblichen Maße durch direkte Eingabe in den Browser generieren, ist dies bei DE-Domains wirklich zu vernachlässigen (eine der ganz wenigen Ausnahmen ist vielleicht SEX.de). TypeIn, also Direkteingaben in den Browser, kommen sowieso nur bei generischen Begriffen bzw. bekannten Marken in den messbaren Bereich. Und selbst bei diesen beiden Arten von Domain-Namen muss man mit immer wieder mit Marketingmaßnahmen unterstützend eingreifen.
Mythos Ranking-Vorsprung
Nachdem es mit den TypeIn nicht so weit her ist, wäre noch der Mythos Suchmaschinenranking zu behandeln. Natürlich bringt es einen Vorteil den Suchbegriff im Domainnamen zu haben, doch geht es nur um SEO könnte man auch auf Bindestrich bzw. exotischere TLD ausweichen. Es ist schlichtweg falsch, dass eine .DE-Domain signifikante Rankingvorteile im Vergleich zu internationalen bzw. anderen nationalen TLD hätte. (Zweifel? SEO.MS wurde mit mäßigen Aufwand verlinkt und springt aktuell zwischen Top 10 und Top 20 bei der Google-Suche nach den sicherlich nicht wenig umkämpften Begriff “SEO”.)
Crossmedia und Prestige
Die TypeIn sind es also nicht, was den Wert ausmacht; Der Vorteil im Suchmaschinenranking ist marginal, wenn überhaupt vorhanden. Was bleibt ist das Prestige und die crossmediale Vermarktbarkeit. An dieser Stelle möchte ich an die Plakatwerbung von Neu.de erinnern.
Beispielsweise .ORG-Alternative
Wenn es rein um das Prestige geht, gerade wenn der Wunschname sowieso etwas länger ist, dann lässt sich jede Menge Zeit, Nerven und Geld durch eine leichte Modifikationen des Namens in Kombination mit .ORG sparen. Nehmen wir den Begriff “Badewanne”, nachdem aktuell Badewanne.de für 12.000 Euro den Besitzer gewechselt hat: Bandewannenhersteller.org ist nur um ein Wort länger und noch frei zu haben. Den entsprechenden (notwendigen) Webauftritt vorausgesetzt: Bei wem liegt nun der Prestige-Effekt?
.AT und .CH nicht vergessen
Die Märkte der .AT und vor allem von .CH sind bei weitem preisgünstiger. Bei vielen Projekten ist es auch wirklich egal, unter welcher TLD es betrieben wird. Nehmen wir ein anderes, aktuelles Beispiel: suesswasser.de wurde mir auf Sedo für ambitionierte 10.000 Euro angeboten, suesswasser.at war frei zu registrieren. Meine Entscheidung, den fünfstelligen Betrag nicht in die Domain zu investieren, sondern .AT den Vorzug zu geben, wird dem Erfolg meines Aquaristik-Forums sicherlich nicht im Weg stehen.
Nachdenken spart Geld
Der Markt für .DE-Domains hat preislich seine Spitzen sicherlich noch nicht gesehen, doch gibt es noch genügend gleichwertige (oder bessere) Alternativen, die genutzt werden wollen. Kreativität hilft hier (noch) richtig Geld zu sparen, das sinnvoller in die Projektentwicklung gesteckt wird.
