Je weiter ich in die sogenannte Domainer-Szene abtauche, um so größere Parallelen stelle ich zu der SEO-Community her – was die Traumtänzerei angeht. Eine große Gruppe darunter will reich werden und zwar in ICE-Geschwindigkeit. Leider übersehen sie, dass sie mit einer Dampflok unterwegs sind.
(Einschub zu SEO: Es gibt in zwischen sogar welche, die nur mit angelesenen Wissen und nur rudimentären Erfahrungen die Chuzpe haben, Seminare zu diesem Thema anzubieten. Doch das ist ein Thema, das an anderer Stelle diskutiert werden soll.)
Ich rede jetzt hier nicht von den etablierten Domainern, sondern von den Nebenerwerbslandwirten auf dem digitalen Acker, die mit ihren Bindestrich und Umlautdomains sich schon als Millionenbauer sehen. Gerade die sind es, die besonders klug daher reden.
Reich wird mit dem Domaining keiner mehr, nicht einmal in der rechtlichen Grauzone. Echtes Geld wird erst in der Oberliga verdient, da reden wir von Stückpreisen im fünf- und sechsstelligen Bereich. Die Leute, die dort mitspielen, hatten schon vor dem Einsteig ins Domaining ein entsprechendes Bankkonto. Doch auch da sind die Zeiten der dicken Margen vorbei, ausser man sitzt seit Jahren auf echten Schätzchen.
Mehr als lesenswert finde ich in diesem Zusammenhang das aktuelle Interview mit Rick Schwartz im DN Journal:
“I think we may see a set of larger players coming but I doubt we will see what happened in 2000. The opportunities are there, but they will take different shapes and forms. We need to come to grips with the fact that the industry of truly professional domainers is very small. There will always be a way to make money with domains. New ways, old ways, different ways. What you saw with Frank and Kevin will happen again, but they won’t happen in the domain industry.”
Natürlich kann man von Domains leben, auch als Neueinsteiger: Entweder man bringt wirklich einen Batzen an Geld mit oder man arbeitet an der Weiterentwicklung von Domains, was auch Einsatz von Kapital und Zeit bedeutet.
Durch Arbeit werden aus Domains Projekte, im besten Falle sogar echte Marken. Die Domain steht zwar so nicht mehr im Vordergrund, war jedoch die Keimzelle . Ist das Projekt profitabel, findet man sicher einen Käufer, der einen angemessenen Preis zu zahlen bereit ist. Insgesamt ein längerer Prozess; die Ausdauer diesen Weg zu gehen haben die meisten Neueinsteiger nicht und reden sich lieber die Werte ein, die sie angeblich im Domain-Portfolio haben.
